Feb 3, 2012 - News    Comments Off


Weiter geht’s mit unseren Kurzgeschichten. Diesmal bin ich dran mit den Wörtern. Achtung, die nächste Geschichte muss diese drei Begriffe beinhalten:

Brief, Zelt, Regen

Dieses mal brauchen wir aber etwas mehr Zeit, als gestern. Aber spätestens bis morgen.

Feb 2, 2012 - Alltag    Comments Off

Welthunger

Kennt ihr das? Ihr sitzt zu Hause. Draußen regnet es und ihr hört den Wind an euren Fenstern pfeiffen. Da bekommt ihr urplötzlich das Gefühl einfach ganz woanders zu sein. Nicht im Starbucks in der nahegelegnen Innenstadt oder beim Spaziergang draußen in der Kälte.
Einfach an einem ganz anderen Ort. Raus aus Deutschland oder wenigstens aus eurer Stadt. Nicht unbedingt weil euch eure Liebsten nerven oder die anderen Menschen. Einfach nur weil ihr die Welt sehen wollt. Ihr wollt durch Europa trampen. Australien, Amerika oder Russland. So viel Auswahl. Ihr denkt: Mensch, den Eiffelturm hab bisher nur im Fernsehen gesehen. Was ist mit New York? Ein Bekannter hat gesagt, da ist es wunderschön. Ihr habt gehört, eine Freundin eurer Tante wandert jetzt aus. In euer Traumland oder ein Junge aus der Schule macht gerade ein Austauschjahr? Er fährt nach Polen, nach Dänemark oder Kanada. Vielleicht auch nach Japan oder einfach nur in irgendeine Nachbarstadt. Ihr denkt, verdammt, ich will auch weg.
Ihr wollt euch einfach in ein Auto setzen und los fahren. Ein Oneway-Ticket nach Hawaii buchen und einfach mal den eintönigen Alltag zwischen Schule und Hausaufgaben, Essen und Schlafen vergessen.
Habt ihr auch manchmal einfach Welthunger?

Ich werde ihn irgendwann stillen. Diesen Welthunger. Zusammen mit einem ganz besonderen Menschen.

Feb 2, 2012 - Alltag    Comments Off

Freundschaft

Wenn mich jemand fragen würde, ob ich an Gott glaube, dann würde ich ganz klar antworten: “Natürlich, sonst würde es keine Freundschaft geben.” Ein Freund ist ein Mensch, der von Gott geschickt wurde, um einen glücklich zumachen. Ein Freund ist jemand, der dich schon versteht, bevor du etwas gesagt hast. Wenn ich einen Freund zum lachen bringe, dann bin ich der glücklichste Mensch auf Erden. Ein Freund steht zu dir, er kennt dich besser als du dich selbst. Freundschaft ist wie ein Seele in zwei Körpern. Und wenn man sich streitet, dann verzeiht man. Man kann einen Freund nicht böse sein. Ich sag euch, die Freundschaft ist der Beweis für Gott. Die Freundschaft ist Gott.

Feb 2, 2012 - Zitat des Tages    Comments Off

Zitat des Tages

„Am liebsten erinnere ich mich an die Zukunft.“
Siegfried Lenz (*1926), dt. Schriftsteller 

Feb 2, 2012 - Kurzgeschichten    Comments Off

Sternenhimmel

 Zeugnis, Polizei, Auto

Ich spürte das warme Blut an meinem Kopf herunter laufen. Über meine Wangenknochen, meine Augenlider, über meinen Nasenrücken und meine Lippen. Ich schmeckte die rote, bittere Flüßigkeit in meinem Mund. Wie es an meinen Zähnen klebte. Meine Zunge fuhr automatisch über meine rissigen, roten Lippen. Ich verzog das Gesicht. Es schmeckte irgendwie süß und gleichzeitig furchtbar beißend.
Ich spürte wie meine Hand an meinen Kopf fuhr. Langsam und so als ob es nicht ich wäre der die Hand steuerte. Ich tastete meine Stirn ab. Meine Finger waren rot. Fast dunkelrot. Ich musste ein paar mal blinzeln. Es war unwirklich, als ob ich gar nicht dort liegen würde auf der kalten Straße. Der graublaue Asphalt unter mir mit den dreckigen, eiweißen Streifen. Als ob er gar nicht da wäre.
Ich hörte Reifen quietschen und irgendwo weit, weit weg ein Materhorn. Es war schrill und hallte nurch die kühle Nachluft. Ich konnte in den Himmel sehen. Er war sternenklar. Komisch, dachte ich. Die letzten Tage waren so verregnet gewesen, das die Sonne Schwierigkeiten hatte unter der grauweißen Decke hervorzuschauen um uns nicht so furchtbar frieren zu lassen. Und das obwohl es schon Ende April war. Im Fernsehen hatten sie gesagt, es war der regenreichste April der letzten dreißig Jahre gewesen.
Heute aber war der Himmel sternenklar. Wie ein schwarzes Tuch durch das jemand kleine, weiße Löcher gestochen hatte. Vielleicht war dahinter wirklich weiß und die Sterne waren nur herausgefallene Stücke, weil die schwarze Fassade des dunklen, schwarzen Himmels langsam bröckelte.
Plötzlich spürte ich Hände an meinen Schultern. Es blinkte überall. Von einem Moment zum nächsten. Rot. Blau. Rot. Blau. Dann wieder Rot. Ich fuhr zusammen. Von irgendwo her hörte ich Stimmen, aber so sehr ich mich auch konzentrierte, irgendwie kamen sie nicht an mein Gehirn an. Vor mir sah ich Menschen. Ich wusste nicht wieso, aber sie schauten mich an. Es roch nach Blut und Dreck. Nach Regen und Autos. Nach Benzin. Es ließ meine Gedanken schwammig werden. Ich konnte nicht klar denken.
Nur Timo war in dem Dunklen, Verschwommenen meiner Gedanken. Timo Hoffe. Mein bester Freund seit dem Kindergarten. Damals, kaum vier Jahr alt, hatten wir zusammen Räuber und Gendarm gespielt. Als wir älter wurden, hatten wir zusammen vor dem Kino herum gehangen und Mädchen aus unserer Stadt angemacht und heute hatten wir endlich unseren großen Tag gehabt. Endlich nach mühevollen Jahren voll Dauerstress und Verzweiflung hatten wir unsere Abschlusszeugnisse in der Hand gehalten. Ich hatte mich durch die ganzen Jahre durchkämpfen müssen, aber Timo hatte mir immer geholfen. Er war ein Naturtalent. Hatte aber noch nie damit angegeben. Als ich klein war, hatte er mir meine Hausaufgaben gemacht. In den Klausuren hatte er mir seine zugeschoben, damit ich nicht total versagte. Und nun hatte ich da gestanden, neben ihm. Mit einem Zeugnis in der Hand und einem fetten Grinsen im Gesicht. Mein Vater saß im Zuschauerraum neben meiner Mama und danben Timos Eltern. Sie hatten uns zugelächelt und mein Vater hatte stolz genickt. Er hatte noch nie so überzeugt ausgesehen. Ich lächelte. Er hatte mir das nicht zugetraut. Er hatte immer gedacht, ich wäre zu blöd für das Abi. Der Hoffe, der ist ein schlauer Junge, hatte er gesagt und mich mit seiner viereckigen Hornbrille gemustert. Nimm dir mal ein Beispiel an dem.
Aber er hatte Timo nicht gekannt. Timo war kein Mensch, den man seiner Schwiegermutter vorstellte. Er hatte schon mit vierzehn angefangen zu rauchen und konnte jeden noch so festen Säufer unter den Tisch trinken. Er hatte kein Mädchen, länger als einen Monat.
Nach ein bisschen reden mit den Lehrern, der Familie hatte er mich also am Arm gepackt und gesagt, komm, wir gehen einen saufen. Hast du dir verdient. Ich hatte nichts dagegen. Ich konnte ein gutes, kühlen Bier vertragen. Wir gingen in sein Lieblingslokal. Seine Stammkneipe. Ich mochte sie nicht. Da hingen komische Typen in den Ecken, die einen sofort anmachten, wenn man einen Blick auf ihre Freundinnen warf. Timo kam immer mit den Leuten klar. Ich nicht. Er hatte noch nie Stress gehabt. Außer vielleicht mit seinen ganzen Mädchen. Ich hingegen hatte immer und überall Ärger.
Wir tranken bis in die Nacht hinein. Timo war völlig dicht. Er konnte gar nicht gerade stehen. Er kippte vom Stuhl und lachte. Ich grinste verlegen und versuchte ihm schnell aufzuhelfen. Ein fetter Kerl in der Ecke grunzte. Ich hörte, wie er sagte, was die Kinder hier in der Bar wollten. Ich nahm Timo und trug ihn so gut es ging zum Auto. Meine Knie waren auch schon etwas wackelig. Ich wollte ihn auf den Beifahrersitz setzen. Aber er lallte, nein, er könne noch sehr gut alleine fahren. Er habe ja jetzt Abi, da könnte er auch eine dämliche Karre, zwei Blocks weiter um die Ecke kurven. Mir war es scheißegal. Ich wollte nur nach Hause. Timo ließ den Motor an und drückte auf das Gas. Wir standen in einer furchtbar kleinen Parklücke und Timo knallte sofort gegen die Stoßstange von einem roten Audi vor uns. Fuck, brüllte Timo und lachte. Ich schrie, er solle abhauen. Der Alarm ging an und er war so laut, das ich furchtbare Angst bekam. Komm, hau ab. Ich bezahl da nichts. Timo parkte aus und raste davon. Mir war es egal wie schnell er fuhr. Hauptsache weg.
Doch ich wusste nicht, das hinter der nächsten Biegung ein LKW wartete. Der Fahrer kam aus Polen. War schon seit zwei Tagen unterwegs und hundemüde. Er sollte irgendwelche Bauteile nach Deutschland bringen und hatte kaum geschlafen. Mal hier und da, auf Autobahnraststätten. Er achtete nicht auf die zwei Idioten, die auf einer leeren Hauptsraße mit satten 90 km/h den Asphalt herunterbretterten. Er blinkte und bog ab.
Timo bremste nicht.
Er lag neben mir, als ich die Augen wieder öffnete. Neben ihm bereitete sich langsam eine rote Blutlache aus. Das Licht von dem Polizeiauto, spiegelte sich in der Flüssigekeit. Er war immer ziemlich blass gewesen. Aber jetzt war er so weiß, wie der Krankenwagen neben ihm. Seine Augen waren geschlossen. Ich versuchte etwas zu sagen. Konnte aber nicht. Es war als ob nichts aus meinem Mund heraus wollten. Stattdessen fingen meine Augen an zu brennen. Ich spürte heiße Tränen meine Wange herunter laufen, die sich mit dem Blut vermischten.
Ich drehte den Kopf weg. Ich konnte das nicht sehen. Lieber den Sternenhimmel.

by L.I.

Feb 2, 2012 - Kurzgeschichten    Comments Off

Von Zeugnisse, Autos (und Polizei)

Ich zog mir meine Jacke an und setzte mir eine Mütze auf. Draußen herrschte eisige Kälte. Kälte aus Sibirien. Es war stock dunkel. Ich stampfte durch den Schnee zur Bushaltestelle. Fast zugefroren, stieg ich in den Bus und jetzt fiel mir erst ein, dass wir heute unsere ersten Zeugnisse in diesem Halbjahr bekamen. Ich überlegte, ob mein Zeugnis akzeptabel war und joa, ich konnte damit zufrieden sein. Nach einer Weile stieg ich aus und auf dem Weg zur Schule traf ich meinen besten Wino. Er hieß eigentlich Anton Winogradow, aber meistens wurde er Wino oder Toni genannt. Er kam aus Russland und ihn machte die Kälte kaum etwas aus. Er lachte eher darüber, wie wir Deutschen verweichlicht waren und nie mit dem Klima glücklich waren, entweder war es zu kalt und einfach zu warm.
“Wie sieht’s mit deinem Zeugnis aus?”, fragte ich ihn. Er schüttelte bloß den Kopf und sah mich mit einem Blick an, der sagte: “Du weißt doch wie es aussieht, du Idiot.” Ich schlenderte die eingefrorene Straße entlang, während Wino stumm daneben lief. Er dachte wahrscheinlich über sein Zeugnis nach. Nochmal sitzen bleiben, wollte er bestimmt nicht, aber wenn das der Fall gewesen wäre, hätten die Leher vermutlich vorher mit ihm geredet, außerdem konnte er im 1. Halbjahr nicht sitzen bleiben. Er blieb vor dem Eingang plötzlich stehen. Ich sah ihn irritiert an.
“Komm schon.”, sagte ich müde.
“Lass uns doch einfach abhauen, wir sagen es einfach keinen und bleiben das ganze Wochenende weg.”
“Was? Hast du schon wieder etwas getrunken? Lass uns rein. Es ist kalt.” Er senkte seinen Blick und ging mit mir schweigend in die Klasse. Ich nahm es keine Sekunde ernst und verschwendete kein Gedanken mehr daran. Wir beide saßen in der letzten Reihe und spielten Käsekästchen. Der Lehrer redete irgendeinen Quatsch ,bezogen auf die Zeugnisse. Als die magische Wörter fielen: “Nun werden Zeugnisse ausgeteilt”,wurden alle Schüler plötzlich aufmerksam. “Aber diesmal fangen wir von hinten an.” Wino sah mich aufgeregt an. “Mein Gott mach dir kein Kopf. Du bist doch sonst immer so gelassen.” Der Lehrer kam auf Wino zu. Der Blick des Lehrers sagte alles. “Nächste Mal muss du aufpassen”, flüsterte er zu Anton. “Mein Vater wird mich umbringen.”, sagte er zu mir. Nach der Schule war Toni plötzlich weg. Er verabschiedete sich nicht einmal. Ich ging alleine zur Bushaltestelle und redete mit paar Schulkameraden über unsere Zeugnisse. Zuhause wartete meine Mutter ungeduldig auf mich. Sie war stolz auf mein Zeugnis und backte mir deshalb einen Kuchen.

Am Nachmittag klingelte mein Handy. “Toni?”
“Komm runter.”, sagte er kurz und legte sofort auf. Ich zog mir die Schuhe an und kam runter. Dort stand Toni mit einem Brecheisen in der Hand. “Was willst du denn damit?” Er lief los und sagte mir, ich sollte ihn folgen. Er blieb bei einer alten Karre stehen und grinste mich an. “Was hast du vor? Du willst doch nicht das Auto klauen?”
“Mein Bruder hat’s mir gezeigt.”
“Kannst du überhaupt fahren?”
“Mein Bruder hat’s mir gezeigt.” Ich sah ihn fragwürdig an. Sein Bruder brachte ihn alles bei, von Auto knacken bis alte Frauen ausrauben, aber nicht wie man in der Schule weiter kam. Das Auto stand abgelegen im Industriegebiet. Warum stand es da überhaupt? Ich sah zu, wie Toni die Karre aufbrach und einstieg. Er rieß die Abdeckung hinterm Lenkrad ab und fummelte dort an die Kabel rum, plötzlich fing der Motor anzulaufen. “Steig ein.”
“Du bist doch bekloppt, du kannst nicht einfach ein Auto klauen.”
“Du siehst doch, dass ich es kann und wenn ein Auto so abgelegen irgendwo steht, will es doch geklaut werden.” Ich seufzte laut und stieg neben ihn ein. “Und wohin?”
“Weiß ich nicht, vielleicht in den Westen?”
“Und was ist, wenn uns die Polizei erwischt? Du bist doch verrückt.”
“Dann haben wir Pech.” Er drückte aufs Gas und fuhr los. Ich konnte nicht mehr aussteigen und irgendwie wollte ich auch gar nicht aussteigen. Und wir fuhren gemeinsam Richtung untergehende Sonne.  by M.S.

Feb 2, 2012 - News    Comments Off

Kurzgeschichten

Hallo!

Zum Thema Kurzgeschichten haben wir uns etwas Spezielles ausgedacht:
Einer von uns denkt sich drei Wörter aus, die wir dann in unsere Kurzgeschichte einbringen werden. Da wir zwei Autoren sind, schreibt jeder seine eigene Kurzgeschichte, die wir dann hier veröffentlichen. Viel Spaß !
Feb 1, 2012 - News    Comments Off

Eiskalt…

Es ist so eiskalt draußen, dass weiße Flocken vom Himmel rieseln und das das Wasser in den Seen gefriert. Die Leute fangen an zu meckern und sagen, das man ja gar nicht raus gehen kann wegen der Kälte.

Stimmt schon, aber jede Jahreszeit hat auch ihre schönen Seiten und bei so schönen Landschaften, kann man auch mal kurz über die kalte Luft hinweg sehen.

Feb 1, 2012 - Zitat des Tages    Comments Off

Zitat des Tages

Jetzt sind die guten alten Zeiten, nach denen wir uns in zehn Jahren zurücksehnen.
Peter Ustinov

Pages:123»